Greta und die Großen
Das Mädchen Greta lebt in einem wunderschönen Wald. Eines Tages kommen die Tiere zu ihr und bitten sie um Hilfe: Die "Großen" - "gierige Riesen, die nie genug bekommen und immerzu beschäftigt sind" - zerstören die Natur, bauen Städte, Fabriken
und Flugzeuge. Jemand muss sie aufhalten! Greta hat eine Idee und stellt sich mit einem Protestschild auf die Waldlichtung. Zunächst geschieht nichts, doch mit der Zeit kommen immer mehr Kinder dazu und halten Schilder in die Höhe. Sie werden so viele, dass die Großen sie nicht mehr ignorieren können. Reumütig geloben die Riesen Besserung und am Ende ist der Wald gerettet und alle sind Freunde. Das Bilderbuch ist schwer einzuordnen. Einerseits will die Geschichte die Kraft der Fridays for Future Bewegung aufgreifen und zeigen, dass jede/r etwas verändern kann, andererseits nimmt aber das realitätsferne Happy End dem Thema jede Schärfe. Zwei Seiten am Ende des Buches erklären die Hintergründe von Greta Thunbergs Engagement und rufen zum Einsatz gegen den Klimawandel auf, doch diese Seiten richten sich an ältere Schulkinder und nicht an die jüngere Zielgruppe der Geschichte. Es findet sich außerdem der Hinweis, dass dieses Buch von der jungen Schwedin weder autorisiert noch freigegeben worden ist. Ihre Idealisierung als Heldin eines fiktiven Ökomärchens ist daher äußerst kritisch zu bewerten. Zum Thema eignet sich das sachliche Bilderbuch von Jeanette Winter (BP/mp 20/13) wesentlich besser und sollte daher im Zweifelsfall bevorzugt werden.
Vanessa Görtz-Meiners
rezensiert für den Borromäusverein.
Greta und die Großen
Zoë Tucker ; Illustrationen Zoe Persico ; aus dem Englischen von Maria Höck
arsEdition (2019)
[40] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 3