Cleopatra und Frankenstein
Die Britin Cleo hat in New York Kunst studiert. Als sie eine Silvesterparty vorzeitig verlässt, lernt sie Frank kennen, der eine erfolgreiche Werbeagentur leitet. Die beiden verlieben sich und heiraten ein halbes Jahr später – nicht nur wegen der
Green Card. Doch Frank arbeitet und trinkt viel, Cleo fühlt sich einsam. Noch nicht einmal ein Haustier hilft, denn das Tier, ein Suger Glider namens "O Jesus Ich Bete Dich An" (in Gebärdensprache), ertrinkt in der Kloschüssel, da Frank im Alkoholnebel nicht aufgepasst hat. Frank fühlt sich sehr zu einer neuen Mitarbeiterin hingezogen. Als er beruflich unterwegs ist, tröstet sich Cleo mit Franks bestem Freund. – Alkohol, Drogen, Sex, Überschreitung von Grenzen und Selbstfindung treffen in diesem Debüt-Roman aufeinander. Er ist schrill und verführerisch, stellt in Frage und wirft Fragen auf, blickt tief unter die Oberfläche. Leben pur! Bestechend ist die Wahl der unterschiedlichen Perspektiven, aus denen die Geschichte erzählt wird. Die Handlung überrascht ständig neu, genauso wie der Schluss. Witzige Achterbahnfahrt auf jeder einzelnen der 506 Seiten. Aufgeschlossenen Bibliotheken sehr zu empfehlen.
Tina Schröder
rezensiert für den Borromäusverein.
Cleopatra und Frankenstein
Coco Mellors ; aus dem Englischen von Lisa Kögeböhn
eichborn (2023)
508 Seiten
kt.