Ursula und das V-Team

Das Gemeinschaftswerk des englischen Ehepaares (er bekannter Erfolgsautor – s. BP/mp 22/159, sie Debütautorin) ist rasant, mal grausam, mal witzig und insgesamt am besten als "schräg" zu bezeichnen. Seit damals die heilige Ursula mit ihren Jungfrauen Ursula und das V-Team in Köln im 11. Jh. die Hunnen besiegt hat, suchen deren Geister alle 8 Jahre die Stadt mit einem Überfall heim. Dafür werden 12 Mädchen (eine als "Ersatz") in magischen Kampftechniken bis zu ihrem 18. Geburtstag ausgebildet, um sich ihnen entgegenzustellen. Was bisher immer gelang, geht dieses Mal schief. Nachdem zwei Gefährtinnen sowie die Ausbilderin Una verschwunden sind, wird der Dämonenangriff zwar gestoppt, doch sind diesmal noch ganz andere böse Mächte am Werk. Ursula, die spontan Adam als "Ersatzjungfrau" rekrutiert hat, versucht mit dem Rest ihres Teams, sich den Widersachern entgegenzustellen, um Schlimmes für das gegenwärtige Köln zu verhindern. Bizarr wirkt die Vermischung von bekannten Kölner Schauplätzen und Straßen, alltäglichem Leben und den teils fantastischen Erscheinungsformen des Teams – bis hin zu Adam, dem nach dem Scharmützel mit den Hunnen plötzlich ein zweiter Kopf mit Eigenleben aus der Schulter wächst. – Insgesamt liest sich die Story wie eine Mischung aus Schauerroman, Comedy-Fantasy und Krimi; sie wirkt manchmal abstoßend und ist doch ungeheuer faszinierend. Wissen muss man: Es ist trotz der Bezüge darauf keineswegs eine für heute erzählte Fassung der Ursulalegende! Empfehlenswert für Leser:innen, die dieser Genremischung aus Fantasy und Schauerroman etwas abgewinnen können.

Susanne Körber

Susanne Körber

rezensiert für den Borromäusverein.

Ursula und das V-Team

Ursula und das V-Team

C. K. McDonnell, Elaine Ofori ; Übersetzer: André Mumot
eichborn (2025)

495 Seiten
kt.

MedienNr.: 622569
ISBN 978-3-8479-0210-2
9783847902102
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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