Geht so
Die junge Marisa verzweifelt an ihrem Job in einer Werbeagentur in Madrid. Werbekampagnen für den x-ten Lippenstift zu erstellen, langweilt sie und ihre Branche empfindet sie als eine Ansammlung von Hochstapler:innen. Wegen einer Angststörung ist
jeder Tag ein Kampf für sie. Als im Spätsommer die Weihnachtsaktion eines großen Kosmetikherstellers ansteht, stirbt die einzige Kollegin, mit der sie sich verstanden hat. Außer einer losen Affäre mit ihrem Nachbarn Pablo beschränken sich ihre Sozialkontakte auf wöchentliche Telefongespräche mit ihrer Mutter. Auf einem anstehenden Wochenende zur Teambildung soll Marisa einen Vortrag über Kreativität halten. Allein bei der Vorstellung gerät sie in Panik. – Die junge spanische Autorin und Journalistin (geb. 1989), die mit dem höchsten spanischen Literaturpreis ausgezeichnet wurde, beschreibt eine von Sinn und Wert entleerte Arbeitswelt, in der das Individuum verzweifelt und vereinsamt zurückbleibt. Serrano gelingt es, gleichzeitig überspitzt, tragisch, böse und witzig zu erzählen. Eine kluge Abrechnung mit der Arbeitswelt für alle Bestände.
Susanne Emschermann
rezensiert für den Borromäusverein.
Geht so
Beatriz Serrano ; Übersetzung aus dem Spanischen von Christiane Quandt
eichborn (2024)
238 Seiten
fest geb.