Wurstl-Wutz
Obwohl Wurstl-Wutz schon neun Jahre alt wird, hat er noch nie eine Geburtstagsfeier bekommen. Seine Tante schenkt ihm ein Kostüm, dann muss sie zur Arbeit gehen. Ihre Abwesenheit nutzen Wurstl-Wutz und seine Freunde zu einer Party, bei der es hoch
hergeht - bis seine Tante zurückkehrt und dem Spuk ein Ende bereitet. Dass Erwachsene anderen Vorstellungen anhängen als Kinder, hat der große Kinderbuchautor Sendak immer wieder thematisiert; hier liegt das Problem in der Geburtstagsfeier, die die Tante mit dem Kind allein verbringen will: die heimliche Party findet ein jähes Ende. Das Kind gibt klein bei, die Erwachsene setzt sich durch - ein eher deprimierender Schluss, der vom Zeichner auch in all seiner Zwiespältigkeit ausgemalt wird. Denn auch die Kinderparty drohte ins Groteske umzukippen, von unbeschwerter Fröhlichkeit sind die Bilder und Texte weit entfernt. So bleiben den Lesern und Betrachtern gemischte Gefühle angesichts der Konflikte zwischen Kindern und Erwachsenen. Nur bedingt zu empfehlen.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Wurstl-Wutz
Maurice Sendak
Aladin (2013)
[16] S. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.