1914
Den Maler Franz Marc kennt man als Mitglied des Künstlerkreises "Der Blaue Reiter" und als Schöpfer expressiver Tierdarstellungen. Dass er als Leutnant den Ersten Weltkrieg in Lothringen erlebte und darüber seiner Frau in den "Briefen aus dem Felde"
berichtete, wissen nur wenige. Aus diesen Dokumenten speist sich die hier vorliegende Erzählung über die letzten beiden Lebensjahre des Künstlers, der mit nur 36 Jahren seinen Verletzungen erlag. Man erfährt einiges über Marcs künstlerischen Werdegang, aber der Fokus liegt auf den wechselhaften Stimmungslagen gegenüber den politischen Zeitläuften, auf dem Pendeln zwischen Kriegsbegeisterung und Ernüchterung. Dies dürfte typisch für viele der jungen Kriegsteilnehmer gewesen sein und es gelingt dem Autor, diese Zerrissenheit sehr sensibel zu schildern und darüber hinaus auch die politischen Ereignisse in den Blick zu nehmen. Die Lektüre kann gerade für Jugendliche eine Bereicherung zum Geschichtsunterricht darstellen. Umso bedauerlicher ist, dass auf Abbildungen von Marcs umfangreichem Werk ganz verzichtet wurde; die moderne Illustration hält nicht das Niveau des so lesenswerten Textes.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
1914
Reinhard Osteroth. Mit Bildern von Reinhard Kleist
Aladin (2014)
98 S. : zahlr. Ill. (überw. farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 12