Schlange stehen
Zwig, eine Art "Wolpertinger" (hier ein Eichhörnchen-Murmeltier-Mischwesen mit Hörnern) sucht im Wald vergeblich nach Spielkameraden – offenbar stehen alle in einer fast unübersehbar großen Warteschlange. Zwig möchte sich dazugesellen, aber
ganz hinten möchte er nicht stehen. Der Zufall kommt ihm zur Hilfe: die wirklich sehr statische Schlange gerät durch angewehte Blätterberge vollends ins Stocken – Zwigs Spieltrieb bringt die Lösung: Er animiert einen Elefanten, all seine Pustekraft auf die Schlange und die Blätter zu richten, und schon wird die ganze Versammlung durcheinandergewirbelt. Der Effekt ist, dass Zwig nun ganz vorne steht und die Schlange sich neu formt – übrigens, worauf man eigentlich wartet, wird nicht aufgelöst! – Das kleine Schelmenstück, bei dem der Protagonist durch Ideen, Fantasie, Spiellust, List und letztlich Pragmatismus vom Letzten zum Ersten wird, besticht durch farbige Zeichnungen und eine Fülle an kuriosen Mischwesen, die alle phlegmatisch und schicksalsergeben in einer kafkaesken Schlange stehen. Die Geschichte zeigt, dass ein lebendiger Geist das beste Mittel gegen Erstarrung jeglicher Art ist. – Geeignet für Kinder ab 4 Jahren und gerne empfohlen.
Birgit Karnbach
rezensiert für den Borromäusverein.
Schlange stehen
Per Dybvig ; aus dem Norwegischen von Stefan Pluschkat
Aladin (2025)
[40] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4