Dünne Haut
Tone Hagen ist durch den jahrelang aufreibenden Polizeidienst und durch private Tiefschläge überaus frustriert und ausgebrannt. Anlässlich einer Provokation durch einen Autofahrer rastet er über Gebühr aus. Seine Vorgesetzten drängen ihn zu einer
Auszeit; eine adäquate Klinik in Süddeutschland soll für Wochen seine Heil- und Erholungsstätte sein. Doch in dieser Klinik wird sein kriminalistischer Instinkt bald von Geheimnissen geweckt. Sowohl unter den Patienten als auch unter den Ärzten gibt es mehr oder minder offene Kämpfe. Hagen freundet sich in der Klinik mit einem österreichischen Kabarettisten an, und gemeinsam versuchen sie zu klären, was Wahn ist und was Wirklichkeit. Sind die gefährlichsten Verbrechen die realen oder jene, die sich nur im Kopf der Patienten abspielen? - Der Autor hat hier wieder einen mehr als ungewöhnlichen, diffizilen Krimi geschrieben. Das beeindruckendste ist die versierte, gelegentlich auch sperrige Sprache. Die Geschichte ist unterhaltsam, ohne Stereotype des herkömmlichen Kriminalromans, witzig und mit intelligentem Plot. Für alle Bestände.
Erwin Wieser
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Dünne Haut
Franz Kabelka
Haymon (2008)
219 S.
fest geb.