Platz der Befreiung
Slowenien kurz vor der Unabhängigkeit des Landes in den späten 80er Jahren. Die bevorstehenden politischen Veränderungen setzen die gesamte Bevölkerung in Aufruhr. Als der junge Darko bei einer Kundgebung auf eine Angehörige der sogenannten Rebellen
trifft, verlieben sich beide ineinander. Doch ihre Beziehung gestaltet sich genauso schwierig und problembehaftet wie der Weg der einstigen jugoslawischen Teilrepublik in die politische Selbständigkeit. In den politischen Wirren verlieren sich die beiden aus den Augen und finden sich dann doch wieder. Aber ihre Zukunft bleibt ungewiss. Andrej Blatnik gehört fraglos zur ersten Garde der jungen slowenischen Schriftstellergeneration. In seinem neuesten Roman beschreibt er anhand seines Protagonistenpaares und ihrer Angehörigen den dornigen Weg Sloweniens in die Unabhängigkeit und kritisiert die politische Entwicklung des Landes, das längst noch nicht zu innerer Ruhe und Stabilität gefunden hat. Wie er das macht, das ist meisterhaft. Ein absolut lesenswerter Roman eines Autors, der hierzulande völlig zu Unrecht nicht so bekannt ist, wie er es verdient hätte.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Platz der Befreiung
Andrej Blatnik ; aus dem Slowenischen von Klaus Detlef Olof
FolioVerlag (2023)
Transfer Bibliothek ; CLXXVI
251 Seiten
fest geb.