Die Schuldlosen

Die junge kroatische Autorin ist eine weitere südosteuropäische Stimme, die sich mit ihrer Heimat, mit Krieg und Vertreibung, Herkunft und Zugehörigkeit auseinandersetzt. Dabei beleuchtet sie am Beispiel von Iris und ihrer Familie, welche Spuren Die Schuldlosen der Krieg in den 1990er-Jahren hinterlassen hat, als der Vielvölkerstaat Jugoslawien zerbrochen ist. Als Kinder kehren Iris und ihr älterer Bruder Relja mit der Mutter Lenka nach dem Krieg in das Dorf ihrer Vorfahren im verlassenen Grenzland zu Bosnien zurück. Im halbzerstörten Haus machen sie sich mit dem Großvater an den Wiederaufbau. Viele Häuser in den umliegenden Dörfern sind zerstört und verlassen, die Landschaft tief verwundet, durch die die Geschwister gemeinsam mit dem Nachbarsjungen Nino streifen. Der Vater bleibt noch verschwunden. Sie werden im gezeichneten Land erwachsen, „erben“ Gewalt, üben Rache und suchen ihren individuellen Weg und die Liebe, ob in der Heimat oder anderswo. Die Zerstörung, die Vertreibung, der Hass, das Schweigen und das Nachwirken des Krieges in die nächste Generation werden eindringlich thematisiert, auch wenn der etwas sperrige (fragmentarisch, poetisch, mäandernd) Schreibstil zunächst gewöhnungsbedürftig ist. Empfehlenswert auch zum Thema Balkankriege: Jehona Kicaj „ë“ (BP/mp 25/1009).

Die Schuldlosen

Die Schuldlosen

Ena Katarina Haler ; aus dem Kroatischen von Klaus Detlef Olof
folio (2026)

282 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 625025
ISBN 978-3-85256-928-4
9783852569284
ca. 25,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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