Jakob & das Rote Buch
Solange Jakob denken kann, lebt er bei Anna und Bernd, seinen Pflegeeltern. Seine leibliche Mutter konnte sich während einer Erkrankung nicht mehr um ihn kümmern; er kam zunächst vorübergehend zu Kriseneltern. Regelmäßig besucht er seinen Sozialarbeiter
Robin, der Treffen mit Jakobs Mutter arrangiert. Robin macht Jakob auch mit seiner Großmutter und seiner Schwester bekannt, Jakobs Hebamme und seine erste Wohnung werden ausfindig gemacht. Jakob erstellt ein "Lebensbuch": er notiert alles, was er über sich weiß und was er mit Hilfe der Erwachsenen über sich in Erfahrung bringen kann. Nacherzählen lässt sich dieses Buch kaum; der Betrachter folgt den Lebensspuren eines Kindes und erstellt mit ihm eine Karte seiner Stationen. Grafisch unterstützt wird dies durch die außergewöhnlich schöne Illustrierung: die Zeichnungen lehnen sich formal an Kinderzeichnungen an, geben aber die komplexen Strukturen von Jakobs Leben in transparenten und verschachtelten Arrangements wieder. So werden auch die Kinder, selbst wenn sie in weniger komplizierten Familiensituationen groß werden, angeregt, sich biografisch zu verorten - sei es in Texten, sei es in Bildern - und sich somit ihrer Geschichte, ihrer Wurzeln, ihrer Identität zu versichern. - Sehr empfehlenswert!
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Jakob & das Rote Buch
Franz-Joseph Huainigg ; Verena Hochleitner
Wiener Dom-Verl. (2012)
[16] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 6