Tee mit Onkel Mustafa
Zum ersten Mal besucht Lina die Familie ihres Vaters im Libanon, wo so vieles dem Mädchen fremd ist, sie sich aber bald freundlich aufgenommen fühlt. Vor allem Onkel Mustafa wächst ihr ans Herz. Seine wundersamen Geschichten führen Lina in die
orientalische Märchenwelt ein und haben doch stets einen wahren Kern. Ein Krieg zwingt Linas Eltern mit den Kindern nach Deutschland zurückzukehren. - Viele Kinder in Deutschland haben eine zweite Heimat in der Fremde. Wie solch ein "Doppelleben" gelingen kann, wird in diesem Buch vorgeführt. Es ist auch die Kunst des Geschichtenerzählens, die eine Brücke zwischen den Kulturen schlagen kann. Doch die Hingabe an die Poesie des Morgenlandes wird gestört durch den Ausbruch des Krieges, die Sorge um die Familie, die überstürzte Flucht. Es gehört zu den Pluspunkten dieses Buches, dass dieser Konflikt auch beschrieben wird, und zwar so, wie ein Kind ihn erlebt: unverständlich und verstörend. Die Geschichten des Onkels werden Lina und den jungen Lesern jedoch lange in Erinnerung bleiben. - Überall empfohlen!
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Tee mit Onkel Mustafa
Andrea Karimé ; Annette von Bodecker-Büttner
Picus-Verl. (2011)
133 S. : zahlr. Ill.
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 9