Die geteilte Sonne
Lexi und Girgis sind wie zwei Hälften einer Sonne, zusammen strahlen die Geschwister. Doch dies ändert sich, als ihnen im Urlaub bei ihrer Oma in Alexandria während eines koptischen Gottesdienstes ein Unglück widerfährt: Girgis wird bei einem
Bombenattentat verletzt. Das Grundgerüst des Romans wird vermutlich nur in größerem Einzugsbereich einer Bücherei mit entsprechenden Besuchern reibungslos funktionieren. Das eigentliche Thema, die Schuldgefühle Lexis, sie war kurz vor dem Attentat mit ihrer Mutter bereits wieder nach Hause gefahren und hatte ihren großen Bruder im Stich gelassen, sowie ihr Gefühl des Ausgeschlossenseins, da sich alles um den traumatisierten Bruder dreht und niemand mit der achtjährigen Tochter spricht, sind jedoch auch auf andere Schicksalsschläge übertragbar. Da die religiösen Aspekte eher im Hintergrund mitschwingen als sensibles Buch über traumatische Erlebnisse durchaus empfohlen, am liebsten jedoch mit einem Erwachsenen im Hintergrund, der die gewiss auftretenden Fragen zu beantworten weiß.
Antonia Mentel
rezensiert für den Borromäusverein.
Die geteilte Sonne
Kerstin Kugler ; Annette von Bodecker-Büttner
Picus-Verl. (2015)
95 S. : zahlr. Ill.
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10