Der Himmel anderswo

Mit sieben Jahren verliert Irina ihren Vater, kurz darauf auch ihren Bruder. Nach einem kläglichen Leben irgendwo in Osteuropa zieht die Mutter mit der Tochter zu Irinas Onkel. Der schickt sie zum Betteln auf die Straße. Während sich die Mutter Der Himmel anderswo fügt, flieht Irina mit 14 Jahren zu einer Adresse, die ihr ein Mann gegeben hat, um eine Karriere als West-Model zu beginnen. Ohne zu wissen, was mit ihr geschieht, verlässt sie die Heimat und wird mit Drogen zur Prostitution gezwungen. Nur ein kleiner Lichtblick in der Spitze des Ahornbaums vor ihrem Zimmer lässt Irina wieder hoffen. Dort schläft öfters Milo, ein fremder junger Mann, der eine ähnlich traumatische Kindheit hatte und ihr eines Tages hilft. Im stetigen Wechsel beleuchtet Meisel die Erlebnisse ihrer Protagonisten Irina und Milo. So, wie ihre Figuren durch ihre Traumatisierung sich selbst als Unbeteiligte empfinden, wählt Meisel eine Beobachtersicht von außen. Mit den in kurzen, im Präsens gehaltenen Sätzen erreicht sie, dass der Leser direkt mit dem Geschehen konfrontiert wird. Ein Buch, das betroffen macht.

Adelgundis Hovestadt

Adelgundis Hovestadt

rezensiert für den Borromäusverein.

Der Himmel anderswo

Der Himmel anderswo

Daniela Meisel
Picus-Verl. (2013)

222 S.
fest geb.

MedienNr.: 381469
ISBN 978-3-85452-694-0
9783854526940
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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