Dazwischen Lili

Reini Kirsch, leitender Angestellter einer Versicherungsanstalt, quartiert seine Mutter Lili bei sich zu Hause ein, ohne darüber mit seiner Frau Ana gesprochen zu haben. Ganz selbstverständlich geht er davon aus, dass Ana, die Hausfrau und sowieso Dazwischen Lili daheim ist, sich um die demente Dame kümmern wird. Ana, unfähig, gegen diese Unverfrorenheit vorzugehen, fügt sich in ihr Schicksal und reagiert ihre Wut dadurch ab, dass sie mit Gegenständen um sich wirft und Lili ständig anschreit. Mit dieser Reaktion stößt sie auf Unverständnis bei ihrem Mann, auf den Lili völlig normal wirkt und der seine eigene Arbeit für wesentlich anstrengender hält als die seiner Frau. Wie schon in "Ich glaube ich fahre in die Highlands" von Margaret Forster zeigt auch dieser Roman, dass v. a. von Frauen erwartet wird, sich um Alte und Kranke der Familie zu kümmern, eine wenig gewürdigte Arbeit, gegen die sich Frauen aber auch kaum wehren.

Adelgundis Hovestadt

Adelgundis Hovestadt

rezensiert für den Borromäusverein.

Dazwischen Lili

Dazwischen Lili

Andrea Gerster
Lenos (2008)

155 S.
fest geb.

MedienNr.: 300599
ISBN 978-3-85787-397-3
9783857873973
ca. 27,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
Diesen Titel bei der ekz kaufen.