Das Gold der Kelten
Korisios ist ein spastischer Jüngling vom keltischen Stamm der Rauriker. Er wurde nicht, wie bei anderen Stämmen üblich, wegen seiner Behinderung einfach ausgesetzt. Denn die Rauriker glauben, er solle Druide werden; ein Onkel hat ihn auch schon
jahrelang in die Geheimnisse der mächtigen Priester eingeführt und ihn mehrere Sprachen gelehrt. Doch nun bedrohen die germanischen Sueben den Stamm, und Korsirios und seine Sklavin Wanda schließen sich dem Flüchtingstreck Richtung Südwesten an. Als sie ins Gebiet des von Rom sog. Gallia Narbonensis kommen, kommen sie Cäsar in Quere, der mit seinen Legionen auf räuberischem Eroberungszug in Gallien und im Land der Kelten ist. Korisios wird von Cäsar als Dolmetscher und Schreiber eingesetzt; dadurch sitzt er aber auch zwischen den Fronten ... - Ein unterhaltsamer Roman mit einer Fülle von historischen Details, vor allem wird Cäsars "De Bello Gallico" als gezielt eingesetztes Machwerk voller Selbtbeweihräucherung entlarvt. Der Autor spart nicht an pikanten Details, was das Sexualleben bei Römern, Germanen und Kelten angeht, noch werden die furchtbaren Grausamkeiten bei den Kämpfen ausgespart. Das umfangreiche Buch mit informativen Anhängen wie Personenverzeichnis, Glossar und Zeittafel ist leicht lesbar. In allen Büchereien gut einsetzbar.
Erwin Wieser
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Das Gold der Kelten
Claude Cueni
Lenos-Verl. (2014)
590 S.
fest geb.