Utopia
Ägypten im Jahr 2023: An der Nordküste des Landes lebt, geschützt durch einen riesigen Elektrozaun, die gesellschaftliche Elite des Landes in der Luxuskolonie Utopia. Dort hat die Oberschicht alles, was man zu einem sorglosen Leben braucht. Doch
die Jugendlichen plagt irgendwann die Langeweile. Um einen echten Kick zu erleben, verfallen diese auf eine perverse Idee: Sie machen jenseits der Zonengrenze, in den Slums der anderen Bevölkerung Jagd auf die Menschen dort und bringen, sozusagen als Trophäe, immer einen Körperteil der Getöteten mit. Als ein junger Mann und seine Freundin diesen Nervenkitzel auch erleben wollen, werden sie enttarnt und müssen fliehen. Nun sind sie die Gejagten. - Ahmed K. Towfik, eigentlich Professor für Medizin an der Universität Tanta in Ägypten, hat sich mit seinen Krimis zu einem der meistgelesenen Autoren in der arabischen Welt gemacht. Sein neustes Buch ist eine ebenso bitterböse wie ernüchternde Dystopie, nach deren Lektüre der Leser nur hofft, dass nichts davon Wirklichkeit werden wird. Trotz des makabren Inhalts lesenswert, denn dieses Buch regt zum Nachdenken an. (Übers.: Christine Battermann)
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Utopia
Ahmed Khaled Towfik
Lenos-Verl. (2015)
188 S.
fest geb.