Locke & Key - 5. Uhrwerke
Zunächst führt das vorletzte Kapitel der "Keyhouse"-Saga (zuletzt: BP/mp 12/242) nach Massachusetts im Jahr 1775. In ihrem Höhlenversteck entdecken die Aufständischen auf der Flucht vor König Georges Armee eine Tür zu einem Dämonenreich, das
nur mit einem übersinnlichen Schlüssel wieder abgeriegelt werden kann. Dank einer Zeitreise-Standuhr führt die zweite Rückblende ins Jahr 1988 und zu den Studentenjahren der älteren Protagonisten. Geklärt werden nun offene Hintergründe - etwa die Frage, wie der beliebte Lucas Caravaggio zum teuflischen Brunnengeist mutierte. Das Auftauchen von Nebenfiguren aus früheren Bänden beweist, wie exakt Autor Joe Hill das verzweigte Handlungsgerüst konzipierte, so dass jede Wendung letztlich in ein übergreifendes System passt. Jenseits mancher blutiger Effekte liegen die Stärken der fesselnden Horror- und Familiengeschichte in den psychologisch glaubwürdig angelegten Charakteren. Schwächen wie Neid, Eifersucht, Angst und Missgunst erweisen sich als wahre Dämonen im menschlichen Zusammenleben, was dem Bösen zunehmend den Boden bereitet. Grafisch glänzt Zeichner Gabriel Rodriguez erneut mit dynamischen Seitenlayouts. Weiterhin ein Tipp für gut geordnete Erwachsenencomic-Bestände.
Gregor Ries
rezensiert für den Borromäusverein.
Locke & Key - 5. Uhrwerke
Joe Hill. Gabriel Rodriguez - Zeichner
Panini (2012)
Locke & Key ; 5
[o. P.] : überw. Ill. (farb.)
kt.