Wenn du über den Fluss gehst
Der junge Francois hütet auf dem heimischen Hof die Schweine, die er liebt wegen ihres sanften und intelligenten Wesens. Seine Kindheit und Jugend sind geprägt von materieller und mehr noch emotionaler Bedürftigkeit. Der Vater ist hartherzig, die
Brüder oberflächlich und mit sich selbst beschäftigt. Die Mutter hat er nie kennengelernt, und seit die liebevolle Schwester Maryse eines Tages verschwunden ist, 'über den Fluss', bleibt seine Sehnsucht nach Wärme und Zuwendung ungestillt. Erst als er sich Roger zuwendet, dem jungen Priester, der ihm das Lesen beibringt, öffnet sich für Francois eine andere Welt. Die Welt der Bücher und die Begegnung mit Amélie ermöglichen ihm, sich selbst als unabhängiger Mensch zu erkennen und lassen ihn mit neuem Selbstbewusstsein zum Erwachsenen heranreifen. Als er erfährt, wer er wirklich ist, lässt er sein altes Leben hinter sich. - Francois erzählt seine Geschichte selbst. Die klare unverschnörkelte Sprache wirkt fesselnd und authentisch, die Geschichte ist trotz der äußeren Kargheit voller Poesie. Viele Sätze lassen den Leser nachdenklich innehalten und wirken noch lange nach. Empfehlenswert. (Übers.: Helmut Moysich)
Ulrike Braeckevelt
rezensiert für den Borromäusverein.
Wenn du über den Fluss gehst
Geneviève Damas
Graf (2015)
171 S.
fest geb.