Tessa
"Warum liebt mich keiner? ... Ich hasse dieses Leben" (S. 138). Dieser Satz steht symptomatisch für die Gefühlslage, in der sich Tessa befindet, jung, gut aussehend, doch auch einsam und den Bezug zur Realität verlierend. Einfache unkomplizierte
Sätze unterstreichen die einförmig ablaufende Handlung, die einen stetigen Niedergang der Protagonistin zeigt, bis sie einen Zustand zunehmender Verwahrlosung erreicht. Alkohol, Zigaretten, Drogen, Medikamente, dilettantische Selbstmordversuche bestimmen Tessas Leben. Wechselnde chaotische Beziehungen, Suche nach Anerkennung und Liebe, aber auch nach Arbeit und immer wieder Absturz in völlige Trunkenheit bestimmen ihren Tagesablauf. Ein Romandebüt, das den Leser in tiefer Hoffnungslosigkeit zurücklässt, dennoch eine Herausforderung, sich mit der Situation junger Menschen in der Öde des Großstadtlebens und ihrer Sinnsuche zu befassen. Allen Büchereien empfohlen.
Wilfried Funke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Tessa
Nicola Karlsson
Graf (2013)
299 S.
fest geb.