Das Leben zwischen den Stürmen
Mit seinem Band von insgesamt 21 Kurzgeschichten ist Axel Lawaczek ein Highlight in dieser Literaturform gelungen. Der Autor wurde bislang vor allem durch sein Romandebüt "Fuchsrot und Feldgrau" (2021) bekannt. Und auch mit seinen Kurzgeschichten
beweist er, dass er ein Schriftsteller erster Güte ist, der auch den Vergleich mit Größen wie Siegfried Lenz nicht zu scheuen braucht. Wenn er von der letzten Romanze eines über 80-Jährigen mit seiner Pflegerin schreibt oder vom tragischen Schicksal eines begnadeten Sängers erzählt, die unheimliche Geschichte eines Arztes bringt, der durch das apokryphe 6. Buch Mosis den Tod findet, oder beschreibt, wie gerade das nichterfüllte Ende einer jahrzehntelangen unerfüllten Liebe die Erfüllung bringt, so sind das einerseits Erzählungen mit ebenso originellen Inhalten wie überraschenden Pointen. Andererseits weiß der Autor durch die geradezu virtuose Beherrschung aller möglichen Stile und ein ausgeprägtes Feeling für die Darstellung von Atmosphären zu beeindrucken. Hier kommen alle Freunde guter Literatur, die ohne Prätention, aber dafür mit viel Gekonntsein daherkommt, voll auf ihre Kosten. Wenn man dieses Buch gelesen hat, wird man sich dringend wünschen, bald mehr von Axel Lawaczek zu lesen. Allen Beständen sehr zu empfehlen.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Das Leben zwischen den Stürmen
Axel Lawaczeck
Volk (2023)
208 Seiten
fest geb.