Weiße Krähe
Die 16-jährige Rebecca und ihr Vater ziehen nach einem beruflich für den Vater unerfreulichen Vorfall nach Winterfold, um dort zur Ruhe zu kommen. Schnell lernt Rebecca ein sonderbares Mädchen kennen, gänzlich schwarz gekleidet und allein unter
Aussteigern im alten Pfarrhaus lebend: Ferelith. Diese zeigt ihr die Besonderheiten des Küstenortes, der seit Jahren durch das Meer bedroht wird, das schon große Teile der Bebauung verschlungen hat. Und sie erzählt ihr die Legende des Zauberers Barrow, der im 18. Jahrhundert von einem Jungen des Ortes bei Versuchen an Dorfbewohnern beobachtet wurde. Parallel zu dieser Handlung in der Jetztzeit hören wir von den Ereignissen, die sich in der zweiten Hälfte des Jahres 1798 in Winterfold zutrugen. Der Pfarrer des Dorfes berichtet in Tagebucheinträgen von seiner Begegnung mit Doktor Barrieu. Beide treibt die Frage um, wie es im Himmel aussieht und ob es Engel und Teufel tatsächlich gibt. Um diesem Rätsel näher zu kommen, ersinnen sie einen wahrhaft teuflischen Plan, der einigen Menschen das Leben kostet. Und auch Ferelith, deren Mutter sich das Leben nahm, will wissen, wie das Leben nach dem Tod aussieht, ob es Gott, Teufel und Engel gibt. Um dieses Wissens zu erlangen nutzt sie Rebeccas Sehnsucht nach einer Freundin gnadenlos aus und bringt diese in große Gefahr. Maria Koschny und Anna Thalbach verleihen Rebecca und Ferelith ihre jeweils unverwechselbare Stimme, Wolfgang Condrus liest die Tagebucheinträge des Pfarrers mit großer Eindringlichkeit. Untermalt wird die Lesung von spannungssteigernder Musik, vor allen in den Passagen aus dem 18. Jahrhundert. Zusammen ergibt dies eine Lesung, die sehr düster und mystisch, aber auch spannend ist und sich für gefestigte Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene bei entsprechendem Interesse eignet.
Gabriele Güterbock-Rottkord
rezensiert für den Borromäusverein.
Weiße Krähe
Marcus Sedgwick. Mit Maria Koschny ....
Der Audio Verl. (2012)
3 CD (ca. 205 Min.)
CD