Sirius
Der renommierte jüdische Planktonforscher Carl Liliencron lebt mit seiner Familie in einer Berliner Stadtvilla. Als die Nazis die Macht in Deutschland ergreifen, werden ihm seine wissenschaftlichen Auszeichnungen aberkannt und er verliert seine Anstellung.
Nur wenig später zwingen die Vorkommnisse in der Reichspogromnacht die Familie zur Flucht nach Amerika. Ihr Hund Sirius, ein überdurchschnittlich intelligenter Terrier, ist stets dabei. Das Leben in Amerika ist hart und Liliencron muss sich als Chauffeur eines Schauspielers verdingen. Keiner ahnt zunächst, dass schon bald der Liliencronsche Hund als Filmhund "Herkules" zum begehrten Hollywoodstar avanciert. Als er mit einem Zirkus auf große Welttournee geht, verschwindet Sirius dort und landet auf abenteuerliche Weise als Hitlers "Hunderl" im Führerhauptquartier. Doch Sirius bleibt seinen jüdischen Wurzeln treu und spioniert die dortigen Geschehnisse für eine Gruppe von Widerständlern aus. - Ein ungewöhnlicher Roman, der seinen Reiz dadurch erhält, dass das weltpolitische Geschehen von 1938 bis zum Kriegsende sowie seine Akteure aus der Sicht eines Hundes geschildert werden. Dies geschieht ohne Anspruch auf absolute historische Korrektheit, überzeugt aber mit Komik und feinsinnigem Humor. Allerdings muss man diese leichte Art, mit einem ernsten Thema umzugehen, mögen. Routiniert gelesen von Florian Lukas.
Sylvia Steinbach
rezensiert für den Borromäusverein.
Sirius
Jonathan Crown. Lesung von Florian Lukas
Der Audio Verlag (2014)
5 CD (ca. 352 Min.)
CD