Der unsichtbare Gast
Die 22-jährige Martina hält sich in Göteborg mit Aushilfsjobs über Wasser. Ohne Perspektive auf festen Job und Wohnung sucht die junge Frau bei ihren Eltern Unterschlupf, muss aber feststellen, das diese weder Platz noch Zeit in ihre Tochter investieren
wollen. Sie sind dabei nicht bösartig, sondern stehen auf dem Standpunkt, dass sie ihre Aufgabe erfüllt haben und nun wieder ihr eigenes Leben führen können. Verzweifelt zieht Martina weiter und trifft ihre ehemalige Schulkameradin Tessan. Diese hat auf Gut Glümmenäs bei Florence Arbeit gefunden. Das Leben der alten Dame ist in den 1940er Jahren stehen geblieben. Florence stellt Martina als Privatsekretärin an, später kommen Hausmeister und Chauffeur dazu. Schnell gewöhnen sich die jungen Leute an das Luxusleben, betrachten die Szenerie als Rollenspiel, für das sie noch bezahlt werden. Da erleidet die alte Dame einen Schlaganfall und die Gruppe macht sich Hoffnung, als Erben für immer auf dem Gut leben zu können. Reichlich naiv planen sie ihr zukünftiges Leben, als ein Neuankömmling die Träume der Gruppe von einer "Bulllerbü-Romantik" platzen lässt. Es kommt zu einem dramatischen Show-Down. Britta Steffenhagen erzählt die Geschichte aus Martinas Sicht. Die Lebensumstände der jungen Leute werden deutlich geschildert. Blauäugig, naiv, ohne Verständnis für Eigenverantwortung und schließlich skrupellos gehen sie an die Verwirklichung ihres Planes, als Alleinerben aufzutreten. Für Büchereien mit einem etwas größeren Bestand an Hörbüchern sehr zu empfehlen.
Leoni Heister
rezensiert für den Borromäusverein.
Der unsichtbare Gast
Marie Hermanson. Mit Britta Steffenhagen
Der Audio Verl. (2015)
6 CD (ca. 391 Min.)
CD