Jori, Urma und Herr Brause

Joris besucht mit seiner Mutter die Uroma, die in einem Altenheim lebt. Joris Mutter hat ihm viel aus dem Leben der "Urma" erzählt, sodass er ein Gefühl dafür entwickelt hat, dass die mehr oder weniger pflegebedürftigen alten Menschen ein prall Jori, Urma und Herr Brause gefülltes Leben mit sich führen, das gerade für junge Menschen sehr spannend ist, da es aus vergangenen Welten erzählt (Lebensumstände, Kulturtechniken ...). Während die Mutter der alten Dame vorliest, besucht Joris andere Heimbewohner, z.B. Herrn Brause, dessen Äußeres ihn an einen Zirkusdirektor erinnert. So entspinnt sich eine Art Tagtraum - Joris lässt sich assoziativ in ein abenteuerliches Zirkusleben entführen; ebenso ist es mit Frau König, deren auffälliger Ring Joris in eine Märchenwelt entführt. Die für Kinder sehr verständlich formulierte Geschichte und die klaren, freundlichen Illustrationen wecken viel Verständnis für alte Menschen, deren (vielfach krankheitsbedingten) Eigenheiten manchmal eher Abwehr hervorrufen. Es wird sehr deutlich, wie unangemessen es ist, sie nicht zu respektieren, nur weil sie der Gesellschaft keinen offensichtlichen Nutzen mehr bringen. Ihre Erinnerungen und Erfahrungen im Hinblick auf eine "Generationenbrücke" zu nutzen, ist ein eindringlicher Impuls, der von diesem Buch ausgeht und der gerade in der derzeitigen Pandemie gehört werden sollte. Ergänzt wird das Buch, das sich auch Kindern gegenüber sehr wertschätzend als "Kinderfachbuch" bezeichnet, durch Sachinformationen eines engagierten Heimleiters (Michael Graber-Dünow). Allen Beständen eindringlich empfohlen, für Kinder ab 4-5 Jahren.

Birgit Karnbach

Birgit Karnbach

rezensiert für den Borromäusverein.

Jori, Urma und Herr Brause

Jori, Urma und Herr Brause

Veronika Demes, Judith Loske
Mabuse-Verlag (2020)

57 Seiten : farbig
fest geb.

MedienNr.: 602144
ISBN 978-3-86321-531-6
9783863215316
ca. 21,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 4
Systematik: KK
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