Der Vorhang
Josef Kaarl, der als erfolgreicher tschechischer Unternehmer gerade ein KI-basiertes selbst fahrendes Auto auf den Markt bringt, will seiner Tochter, die für den Kommunismus schwärmt, eine Lektion fürs Leben erteilen, ihr zeigen, was es bedeutet,
unter einem kommunistischen Regime zu leben. Dazu bucht er bei einer dubiosen Reiseagentur eine besondere Reise, eine Reise zurück in die fünfziger Jahre. Gemeinsam mit Frau und Tochter begibt er sich also in diese neue alte Welt. Hier empfangen sie Schauspieler, die die alltäglichen Situationen vorgaukeln sollen. Doch die Familie gerät in einen skurrilen Strudel, der sich schnell zum Albtraum entwickelt und ihnen die Rückkehr unmöglich macht. Und das gespielte Szenario entpuppt sich schließlich als Realität. – Ondrej Hübl entwickelt ein beklemmendes Szenario, gruselig, menschenverachtend mit einer Portion schwarzem Humor. Hinter der ganzen Situation steckt ein handfester Wirtschaftskrimi, was sich erst zum Schluss enthüllt. Parallelen zur heutigen aktuellen Zeit sind kein Zufall. Allen Büchereien empfohlen.
Wilfried Funke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der Vorhang
Ondrej Hübl ; aus dem Tschechischen von Daniela Pusch
Verlag Voland & Quist GmbH (2026)
397 Seiten
fest geb.