Edgar verschwindet um halb pink

Wilma ist acht Jahre alt und in ihrer Familie zuständig für das Lachen. Mutter Inge ist zuständig für das Reden, denn sie verbietet gerne Dinge. Vater Ole steht dagegen für das Schweigen und erlaubt mehr. Eine weitere Bezugsperson für Wilma ist Edgar verschwindet um halb pink ihr Schutzkuckuck Bo. Er hilft ihr, die unschönen Gedanken beim Einschlafen zu vertreiben, zum Beispiel mit dem Leitertrick: Er schickt sie damit immer ein paar Gedankensprossen nach oben, um eine neue Perspektive einzunehmen. Bo erzählt im Buch auch die Geschichte vom letzten Edgarfest, das immer im August stattfindet. Es ist für Wilma ein beweglicher Feiertag, wie Ostern, mal kommt Edgar am elften August um halb grün, mal am 22. um Viertel vor lila, denn der achzigjährige Edgar hat seine eigene Zeitrechnung. Dieses Jahr kam Edgar am 33. August, überpünktlich um halb grün. Diesmal hat er ihr als Geschenk ein Kranichmodell zum Mitfliegen mitgebracht. Mit Edgar hat Wilma jede Menge Spaß, er gestaltet die langweilige Erwachsenenwelt lustig und aufregend, so etwa beim Mülltrennen und Einräumen des Geschirrspülers. – Der Romanautor Björn Kern (Jg. 1978) hat seine empfehlenswerte Unsinnsgeschichte zusammen mit seiner Tochter entwickelt, in der auch ernsthafte Töne anklingen wie die Einsamkeit des alten Mannes oder gestresste Eltern, die ständig streiten.

Karin Blank

Karin Blank

rezensiert für den Borromäusverein.

Edgar verschwindet um halb pink

Edgar verschwindet um halb pink

Björn Kern ; mit Bildern von Franziska Ludwig
Tulipan Verlag (2025)

141 Seiten : Illustrationen
fest geb.

MedienNr.: 621623
ISBN 978-3-86429-628-4
9783864296284
ca. 15,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 8
Systematik: K
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