Liv

Zusammen mit ihrem Opa erlebt Liv die Natur sehr intensiv, zudem ist er ihr starker Beschützer; von seinem Rehrückenbraten ist sie geradezu begeistert. Doch als er sie mit zur Jagd nimmt und aus einer idyllischen Tiergruppe heraus ein Reh schießt, Liv ist sie betroffen. Zum einen fürchtet sie, wie in "Rotkäppchen" selbst zur Mahlzeit zu werden, zum anderen empfindet sie Mitleid mit den Tieren. Aber Opa ist ein sehr respektvoller Jäger, er kann sie mit wenigen Worten beruhigen, setzt aber darauf, dass Liv selbst zur Erkenntnis kommt: "Opa, wir sind die Wölfe" sagt sie und isst ein Käsebrot. – Die intensive Geschichte kommt nicht ideologisch daher, setzt aber auf Augenmaß und Respekt. Ein Wildtier wird getötet, um es essen zu können; dabei bleibt man aber maßvoll und ist sich bewusst, dass man ein Leben genommen hat, der Mensch ist ein Prädator – das ist so und wird nicht gewertet. Die behutsamen und farblich sehr zarten Illustrationen fangen die Stimmung sehr gut ein, Livs Erleben ist sehr gut nachvollziehbar. Trotz des ernsten Themas, welches textseitig nicht weiter ausgebaut, sondern eher "nachempfunden" wird, strahlt das Buch eine große Geborgenheit und Ruhe aus. Das Leben hat sehr unterschiedliche Facetten, wichtig ist, respektvoll und reflektiert zu bleiben. Für Kinder ab 4-5 Jahren, breit empfohlen.

Birgit Karnbach

Birgit Karnbach

rezensiert für den Borromäusverein.

Liv

Liv

Anne Sofie Allermann ; Bilder: Stephanie Donsø ; aus dem Dänischen übersetzt von Viola Rosa Semper
Tulipan Verlag (2025)

[40] Seiten : farbig
fest geb.

MedienNr.: 623378
ISBN 978-3-86429-666-6
9783864296666
ca. 16,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 4
Systematik: KK
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