Die Zeit gehört uns
Friedhelm Hengsbach SJ, bis 2006 Professor für Christliche Gesellschaftsethik in Frankfurt am Main, sucht hier nach Ursachen der rasanten Beschleunigung unserer beruflichen und privaten Welt und zeigt Perspektiven auf für Wege, auf denen der Beschleunigungsschub
in den Betrieben und im privaten Alltag abgebaut werden kann. Den gesellschaftlich, finanztechnisch und philosophisch wenig gebildeten und eingeweihten Leser wird es allerdings Mühe kosten, Hengsbachs Ausführungen zur Ursachenforschung zu folgen, weil diese zunächst tief eindringen in die aktuellen Zusammenhänge heutiger volkswirtschaftlicher und finanztechnisch-monetärer Praktiken und Theorien, die ein Laie nur schwer durchschauen kann. Auch die philosophischen Versuche, das "Rätsel Zeit" zu verstehen, sind für den Laien schwer zu verarbeiten. Die ganze Abhandlung zielt vor allem auf volkswirtschaftliche und politische Analysen der Ursachen, Entwicklungen und Missstände, die zur Zeitbeschleunigung führen, aus denen der Leser als Zeitrebell seine Konsequenzen für sein individuelles Handeln zum Widerstand gegen das allgegenwärtige Regime der Beschleunigung und zu einem menschlicheren Umgang mit seiner eigenen Zeit selber ziehen muss. - Ein interessantes, wichtiges Thema, aufgrund der Darstellung ist das Buch aber nur für große Bestände geeignet.
Georg Bergmeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Zeit gehört uns
Friedhelm Hengsbach
Westend (2012)
284 S.
fest geb.