Der Mann, der sich in die Zebrafrau verliebte
Peter Teuschel ist praktizierender Psychiater. Und hat in seinem Arbeitsalltag fast täglich Einblicke in die verwundenen Gänge der menschlichen Psyche: Da kommt eine Nonne, die von ihren Mitschwestern für krank erklärt wird, weil sie das Leben
liebt. Oder ein Mann, der eine platonische Liebesbeziehung zu einer eingebildeten Zebrafrau pflegt. Oder eine ganz normal wirkende Dame, die nachts immer entsetzt aufwacht, weil sie ihren völlig harmlosen Ehemann für einen Serienmörder hält, der ihr ans Leder will. - Teuschels Geschichten über Menschen zwischen Wahn und Wirklichkeit sind zugegebenermaßen amüsant. Aber der Autor will damit noch mehr: Er berichtet von seinem Arbeitsalltag und davon, wie sehr die Seele in ihrer Vielfalt und Tiefschichtigkeit das Leben des Menschen beeinflussen und verändern kann. Ein Buch, das sich unterhaltsam liest - das aber auch zum Nachdenken anregt.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der Mann, der sich in die Zebrafrau verliebte
Peter Teuschel
Ullstein extra (2014)
253 S.
kt.