Sturmmädchen
Elli, Margot und Käthe schwören sich ewige Freundschaft. Doch als das Gedankengut der Nazis auch ihr kleines Dorf erreicht, tritt Käthe sofort in die Nationalsozialistische Frauenschaft ein. Die an Kinderlähmung leidende Elli ist glücklich, dass
sie Käthes Wunsch, ebenfalls dabei zu sein, wegen ihrer Behinderung nicht erfüllen kann. Durch ihre Mutter, eine Hebamme, erfährt Elli, was Juden und Behinderten im Lande droht. Trotz Käthes Warnung geht Elli zur Hochzeitsfeier ihrer jüdischen Freundin Margot, die empfindlich von Nazis gestört wird. Margots Familie verliert nicht nur ihr Ferienhaus im Dorf: Nachdem sie in Aachen in der Dienstbotenkammer ihrer Villa gewohnt haben, werden sie ins 'Judenhaus' getrieben, aus dem Elli sie über eine grüne Grenze nach Belgien retten kann - mit Hilfe von Hans, den sie liebt, aber nicht heiraten will, weil er die Uniform der Nazis trägt. – Bernstein beschreibt ihre fiktiven Figuren, deren Handlungen und Gedanken eindrucksvoll und realistisch. Sie weiß, historisch belegte soziale Umbrüche während der NS-Herrschaft spannend mit ihrer fiktiven Story zu verknüpfen. Ein lesenswerter, im traditionellen Erzählstil geschriebener Roman.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Sturmmädchen
Lilly Bernstein
Ullstein (2024)
413 Seiten
kt.