Die Frauen vom Neumarkt

Dresden 1993. Die junge Architektin Hannah arbeitet mit am Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche. Im Archiv stößt sie auf ein altes Foto mit einem Liebespaar auf einem der Dresdener Trümmerhaufen. Da die Frau auf dem Foto Hannahs Mutter ähnelt, Die Frauen vom Neumarkt vermutet Hannah, dass es sich dabei um ihre Oma Lotte handelt, die sie nie kennengelernt hat, aber nun aufsucht. Hannah erfährt von ihrer Oma, dass sie seinerzeit ihre erste Liebe, den jüdischen Musiker Leo, nicht vor seinem Abtransport durch die Nazis retten konnte. Zu DDR-Zeiten verlor Lotte zudem ihre große Liebe Jakob, nachdem Jakob von der Stasi als US-Spion inhaftiert wurde und danach zusammen mit Lotte in den Westen fliehen wollte. Ihr früherer Schulkamerad Armin, der schon immer in Lotte verliebt war, hatte schon als einflussreicher Nazi für Leos Verschwinden gesorgt. Als Stasi-Funktionär hatte Armin Lotte angeboten, Jakobs Flucht zu ermöglichen, wenn sie ihn, Armin, heiratete. Die sensibel gezeichneten Figuren und deren Handlungen empfindet Heiland realistisch nach. Der leicht verständliche Roman bringt den Leser:innen die ostdeutsche Nachkriegs- und DDR-Geschichte nahe, da Heiland diese Epochen sehr gut recherchiert und in den Roman eingebunden hat.

Adelgundis Hovestadt

Adelgundis Hovestadt

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Frauen vom Neumarkt

Die Frauen vom Neumarkt

Julie Heiland
Ullstein (2024)

Schicksalsjahre
566 Seiten : Karte
kt.

MedienNr.: 619229
ISBN 978-3-86493-254-0
9783864932540
ca. 16,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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