An einem Tisch
Dass Glauben durchaus auch "durch den Magen geht", wird in diesem Buch eindrucksvoll bewiesen. Der Autor erläutert zu Beginn, theologisch leicht verständlich, die Wurzeln von Judentum, Christentum und Islam. Dann beschreibt er, was sie verbindet
bzw. unterscheidet und wie ihre historische und kulturelle Entwicklung verlief. Geistlich hinreichend gestärkt, dreht sich nun alles um die Feste der jeweiligen Religion, wie Ramadan, Nauruz oder Opferfest, Rosch ha Schana, Chanukka oder Pessach, Weihnachten oder Ostern, um nur einige zu nennen, und natürlich ums Essen, das bei diesen Anlässen aufgetischt wird. Alle diese Feierlichkeiten charakterisieren sich durch bestimmte Speisen und die Art ihrer Zubereitung. Es ist vermutlich davon auszugehen, dass die weitaus meisten Benutzer dieses Buches christlichen Traditionen verbunden und mit den Rezepten der eigenen Religion eher vertraut sind. Umso interessanter dürften für sie die Rezepte aus dem Islam und dem Judentum sein. Sie machen Lust, sich auf Neues, Fremdes, vielleicht Exotisches einzulassen, sie sind sehr ausführlich beschrieben und mit vielen hilfreichen Tipps versehen. Hinzu kommen nähere Erklärungen zur Herkunft, zur Tradition, zur religiösen Bedeutung und zur Symbolik der Speisen. Viele der Rezepte werden durch stilvolle Fotos illustriert und geben so einen sinnfälligen Eindruck vom jeweiligen Gericht. - Ein neuer und vor allem im informativen Teil reich illustrierter kulinarischer Ansatz, durch den mithilfe feiner Rezepte auch religionstypische Grundkenntnisse vermittelt werden. Für alle Bestände sehr zu empfehlen!
Josef Schnurrer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
An einem Tisch
Gerhard Staguhn
Umschau (2012)
208 S. : zahlr. Ill. (farb.)
fest geb.