Goyas Ungeheuer
Eigentlich dürfte Comisaria María Ruiz von der Madrider Kripo derzeit gar nicht ermitteln, da sie wegen eines Dienstvergehens suspendiert ist. Doch dann passiert vor ihrer Nase einiges Seltsame: Man findet getötete Truthähne, die eigenartig drapiert
wurden; der Hund ihres Kollegen Martín wird umgebracht. Und schließlich wird die junge Kunsthistorikerin Sara gefoltert und ermordet am Fluss aufgefunden. Verdächtigt wird zunächst Saras Doktorvater, wie seine Schülerin ein Goya-Spezialist, der mit ihr ein Verhältnis hatte. Und wirklich stellen María und ihre Helfer, die Journalisten Luna und Nora und der geheimnisvolle jugendliche Ausreißer Eloy fest, dass bei allen Verbrechen Goyabilder nachgestellt wurden. Die Spuren verdichten sich und führen zu dem mysteriösen Yago. Doch wer genau verbirgt sich hinter diesem Namen? Je mehr María recherchiert, desto mehr gerät sie in Schwierigkeiten: Mit ihrer Dienstelle, aber auch mit dem Mörder ... - Der Thriller wurde in Spanien bereits prämiert, und das mit Recht: Eine mitreißende Story, psychologisch gut gezeichnete Charaktere und ein spannender Stil (auch in der deutschen Übersetzung einer sprachlich nicht immer sicheren Maike Hopp gut eingefangen) machen das Buch zu einem Top-Krimi, der ganz nebenbei viel über Madrid, die spanische Polizei und den Maler Goya, sein Leben und Werk erzählt.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Goyas Ungeheuer
Berna González Harbour ; aus dem Spanischen von Maike Hopp ; mit Abbildungen von Francisco de Goya
Pendragon (2022)
467 Seiten : Illustrationen
kt.