Straffers Nacht
In "Straffers Nacht" begleiten wir Erich Straffer, einen Mann, der während des Zweiten Weltkriegs für seine Brutalität bekannt war. Doch in den Nachkriegsjahren lebt er zurückgezogen mit seiner Familie in einer kleinen Wohnung und arbeitet bei
einem Sicherheitsdienst. Er gönnt sich und seiner Familie keine Freude und keinen Wohlstand. Er wartet auf den Tag, an dem er für seine Taten zur Rechenschaft gezogen wird. Als sein neuer Kollege auftaucht, ein junger Jude, Reuben Horowitz, der nach dem Mörder seines Onkels sucht, sieht er seinem Schicksal entgegen und versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Erich Straffer ist der Mörder. Findet er Erlösung in seiner Bestrafung, oder deckt er die Vergangenheit wieder einmal zu? - Der Autor präsentiert in seinem Roman eine Vielzahl von Facetten. Die Haupthandlung wird durch Rückblenden und Ausflüge in die Vergangenheit ergänzt, wodurch ein detailliertes Bild von Erich Straffer und der Unmenschlichkeit des Nationalsozialismus entsteht. "Straffers Nacht" ist ein äußerst wichtiges Buch, um die Nachkriegsgeneration zu verstehen. Die Lektüre ist keine leichte Kost, da sie die Denkweise der handelnden Personen so sachlich darlegt, dennoch jeder Bücherei dringend empfohlen!
Gabi Radeck
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Straffers Nacht
Wolfgang Wissler
Pendragon Verlag (2023)
231 Seiten
fest geb.