Roter Sommer

2010, Madrid ächzt unter der Sommerhitze. Dazu steckt ganz Spanien im Fußball- WM-Fieber. Auch María Ruíz, Kommissarin bei der Kriminalpolizei ist davor befallen. Da wird ihr ein Toter im Park Juan Carlos gemeldet. Der junge Mann wurde umgebracht Roter Sommer und auf ausgeklügelte Weise in einem See versenkt. Nur durch einen Zufall kam ein Körperteil an die Oberfläche. Wenig später wird in Santander, im Norden Spaniens, am Strand ein weiterer Jugendlicher angeschwemmt. Beiden gemeinsam ist eine kleine, sehr diffizil ausgeführte Tätowierung. Sie stellt Finger dar, die eine Dornenkrone halten, aus der winzige Blutstropfen fallen. Über die Vermisstenanzeigen ihrer Familien und über die Tattoos lassen sich die beiden Toten schnell identifizieren. Warum aber mussten sie sterben? Luna, ein mit allen Wassern gewaschener Journalist der Zeitung "El Diario" wittert einen Skandal. Vor allem, als sich herausstellt, dass die Jungen sich nicht nur gekannt haben. Beide litten anscheinend auch unter sexuellem Missbrauch an ihrer von Priestern geführten Schule. Weil der Papst in wenigen Wochen Spanien besucht, käme den Organisatoren eine derartige Meldung sehr ungelegen. Ganz Europa wird von Missbrauchsfällen erschüttert. Spanien scheint davon seltsamerweise verschont zu sein. Luna, vor allem aber Kommissarin Ruíz stechen deshalb mit ihren Nachforschungen in ein Wespennest. Unter Einsatz ihres eigenen Lebens und mit tatkräftiger Hilfe Lunas bringt Ruíz den Mörder und die im Hintergrund tätigen Kleriker zur Strecke. – Ein gekonnt aufgebauter Roman, der Missbrauch, Homosexualität und sexuelle Hörigkeit in eine bis in die letzten Seiten hinein absolut spannende Krimihandlung einbindet.

Josef Schnurrer

Josef Schnurrer

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Roter Sommer

Roter Sommer

Berna González Harbour ; aus dem Spanischen von Kirsten Brandt
Pendragon (2024)

383 Seiten
kt.

MedienNr.: 753616
ISBN 978-3-86532-881-6
9783865328816
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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