Mit dem ersten Licht
Seit er 15 Jahre alt ist, ist Arne in Laura verliebt. Sie gehen gemeinsam zur Schule, machen Abitur, doch irgendwie bleibt es zwischen ihnen nur bei einer seltsamen Art von Freundschaft. Das hat auch damit zu tun, dass Laura aus Familienverhältnissen
stammt, die sie belasten und denen sie nicht zu entkommen vermag. Der Vater ist Alkoholiker, ihr selbst und auch seiner Frau gegenüber immer wieder gewalttätig. Laura lebt in ständiger Angst, vor allem aber um die Mutter. Arnes Familie scheint zumindest nach außen geordnet. Der Vater ist Arzt, die Mutter Fotografin. Arne jedoch spürt eine zunehmende Entfremdung zwischen den Eltern. Während Laura ein Auslandsstudium in Perugia absolviert, besucht er sie. Das kurzfristige Glück, eigentlich ein immerwährendes Auf und Ab in ihrer Beziehung, wird durch einen Anruf von daheim jäh unterbrochen. Arne und Laura kehren umgehend nach Elmshorn, einem Ort nahe Hamburg, zurück. Später studieren sie in Bonn, doch eine krisenfeste Verbindung kommt auch hier nicht zustande. Obwohl Arnes Vater bei einem Hilfsprojekt im Sudan ums Leben kommt, meldet Laura sich nicht. Erst ihr Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik an der Ostsee scheint für beide eine Wende zu bringen. – Ein in seinen Strukturen nicht genau definiertes Psychogramm zweier Familien, das sich in seinen Auswirkungen negativ auf das Leben ihrer Kinder auswirkt. Bei Interesse an schwierigen Familienkonstellationen zu empfehlen.
Josef Schnurrer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Mit dem ersten Licht
Florian Knöppler
Pendragon (2026)
227 Seiten
fest geb.