Das Mädchen mit den Schwefelhölzern
Ein armes Mädchen ist gezwungen, Schwefelhölzer zu verkaufen, um seine Familie zu unterstützen. Um der Kälte zu entfliehen, zündet sie nach und nach Hölzchen an und hat dadurch die schönsten Visionen von einem warmen, fröhlichen Weihnachtsfest.
Am nächsten Morgen liegt sie erfroren vor einem Hauseingang. Auch wenn heutige Kinder von solch bitterer Armut nichts mehr wissen können, sollen sie doch ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass vielerorts Kinder unter schlechteren Bedingungen aufwachsen müssen. Andersen Märchen ist eine poetische Einfühlung in das Thema und das vorliegende Bilderbuch ist bemüht, es in die heutige Zeit zu transformieren. Dies gelingt leider nur zum Teil: zum einen weil die Bilder- und Textschienen sich nicht passgenau zueinander verhalten. Die Bildgeschichte erzählt von einer zweiten, reichen Familie, die der Originaltext nicht kennt. Zum anderen, weil parallel zu den Bildern eine andere Geschichte erzählt wird (was nicht nur bei Kindern Verwirrung stiftet). Zum Dritten weil die historische Größe des Märchens mehrfach unnötig gebrochen und die schöne Romantik der Illustrationen mutwillig aktualisiert werden. Viele Einwände, adressiert an den Verfasser und das Lektorat: Bitte mehr Respekt vor dem Original-Text!
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Mädchen mit den Schwefelhölzern
Hans Christian Andersen. Nacherzählt und ill. von José Sanabria
Mined. (2011)
[18] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 5