Die Weihnachtsgeschichte
Die Verkündigung, die Heimsuchung, der Weg nach Bethlehem, die Geburt im Stall, die Anbetung der Könige - die Weihnachtsgeschichte bietet ein Repertoire an Szenen, die zum klassischen Bildungsgut auch für Nichtchristen gehören. Doch trotz des Altbekannten
lässt sich diese Geschichte auch immer wieder neu fassen - nicht unbedingt in Alltagssprache, aber doch in einem modernen, schön erzählenden Deutsch. Es ist der Autorin dieses Buches gelungen, aus dem Lukas- und dem Matthäusevangelium einen Text zu formen, der sprachlich zwar aus unserer Zeit stammt, der aber das Unerhörte und Existenzielle der Weihnachtsgeschichte transportiert. Ihm zur Seite gestellt sind die großformatigen Bilder von Giotto. Vor etwa 700 Jahren gemalt, zieren sie als Fresken die Scrovegni-Kapelle in Padua. Selten nur hat man Gelegenheit, sich mit Giottos Bilderzählung so konzentriert und intensiv beschäftigen zu können wie in diesem Buch. Sie wird nämlich wieder in den religiösen Kontext gestellt, der ihr im Kirchenraum ja innewohnt, der aber in kunstgeschichtlichen Werken verlorengeht. So leistet dieser schmale Bildband vieles: er erzählt die 2000 Jahre alte Weihnachtsgeschichte neu und kleidet sie mit meisterhaften Bildwerken aus, deren Schönheit auch in der tiefen Religiosität ihres Erfinders gründet. Auch die ansprechende und zurückhaltende Ausstattung des Buches macht es besonders empfehlenswert.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Weihnachtsgeschichte
erzählt von Géraldine Elschner nach dem Lukas- und Matthäusevangelium. Mit Bildern von Giotto
Mined. (2011)
[14] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 6