Das Mädchen aus Stockholm
Die Berliner Operndirektorin Helena Tholstrup soll in einer feierlichen Veranstaltung die Demokratiemedaille der Bundeskanzlerin für ihre kritisch-provokante Idomeneo Inszenierung verliehen bekommen. Zu dem Festakt kommt überraschenderweise ihre
Tochter Sophie angereist. Unerwartet und aufregend für Helena, denn das Verhältnis zu ihrer Tochter ist seit Jahren angespannt. Sophie bringt ihren Verlobten, den Libanesen Khalil mit. Da die Preisverleihung am zehnten Jahrestag des 11. September stattfindet, herrscht größte Alarmbereitschaft und die Sicherheitsvorkehrungen sind sehr streng. Umso verwunderlicher ist es, dass Khalil ohne Schwierigkeiten die Kontrollen passieren kann, obwohl er einen großen zerschlissenen Rucksack mit sich trägt und sehr nervös und angespannt ist. Man ahnt schon den Konflikt, der sich zu einer Katastrophe entwickelt, da der Rucksack eine Bombe enthält und Helenas Leben bedroht ist. Parallel dazu wird die Geschichte von Helenas Großeltern erzählt, die in der Zeit des Zweiten Weltkriegs in Dänemark zum Widerstand gehörten. Einer ihrer Zwillingssöhne ist Helenas Vater. Bei seinem Tod hat er Helena einen Schuhkarton anvertraut, der ein Familiengeheimnis birgt. Helena hat bis heute nicht gewagt, den Karton zu öffnen, schleppt ihn aber immer mit sich herum. Jetzt, in der größten Lebensgefahr, wagt sie das Geheimnis zu lüften. - Der Roman einer Familiengeschichte mit großem Nervenkitzel, spannend geschrieben, vom Thema her erinnert er an eine griechische oder archaische Tragödie. (Übers.: Hanne Hammer)
Christiane Kühr
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Mädchen aus Stockholm
Hanne-Vibeke Holst
Pendo (2014)
519 S.
fest geb.