Zapotek und die strafende Hand
Eigentlich wollte Henning Zapotek, Hauptkommissar bei der Hamburger Polizei, in seinem Sabbatjahr einen einsamen Segeltörn machen, aber ein Todesfall in seinem Heimatdorf, noch dazu in seinem Elternhaus, hält ihn dort fest. Wider Willen lässt er
sich von seiner Vergangenheit einfangen, spricht mit alten Bekannten und trifft seine Jugendliebe wieder. In diesem Krimi passiert nichts Spektakuläres, nichts Blutrünstiges, dennoch fesselt er bis zur letzten Seite. Er lebt durch die besonderen, liebevoll gezeichneten Charaktere, durch die Schilderung des Dorflebens, die witzigen, im nordischen Platt gefärbten Dialoge. Herausragend die Beschreibung des Kommissars, ein Mensch mit Ecken und Kanten, männlich markant, stur und gegen den Strich gebürstet. Er wirkt real und authentisch, wie einer, den man gerne als Kumpel hätte. Es ist der erste Fall mit diesem liebenswerten Kommissar, man darf gespannt sein auf weitere Fälle. Für Krimileser in allen Büchereien.
Christiane Kühr
rezensiert für den Borromäusverein.
Zapotek und die strafende Hand
Claudia Rusch
Mare (2013)
287 S.
kt.