Die rote Königin
Mave lebt in einem kleinen Dorf und trägt als Taschendiebin zum Lebensunterhalt der Familie bei. Ihre Schwester bestickt große Roben für die herrschende Klasse der Silbernen; ihr Vater hat in deren Krieg seine Gesundheit verloren. Drei ihrer Brüder
kämpfen an der Front des gleichen Krieges. Auch auf Mave wartet der Militärdienst, denn sie wird 18 Jahre alt und ist arbeitslos. Durch Zufall erhält sie im Sommerschloss des Königs eine Arbeitsstelle, die zum Wendepunkt ihres Lebens wird. Denn die Silbernen, denen sie alle dienen, haben magische Kräfte und begründen darauf ihren Herrschaftsanspruch. Mave hat rotes Blut und gilt als minderwertige Sklavin. In einer lebensgefährlichen Situation zeigt sich jedoch, dass Mave ebenfalls magische Fähigkeiten hat. Das schockiert beide Seiten. Um eine Rebellion zu verhindern, erklären die Silbernen Mave kurzerhand zu einer verschollenen Tochter. Nach einem etwas langsamen Beginn entwickelt die Geschichte zunehmend Spannung, überrascht mit unerwarteten Wendungen. Die Autorin malt das Bild einer Gesellschaft, die postmodern wirkt. Technik wird genutzt, die Gesellschaft dagegen hat die Struktur einer feudalen Königsherrschaft. Das Land ist in einen Krieg verstrickt, dessen Ursache keiner mehr kennt, der nur noch Mittel zum Zweck scheint. Die Atmosphäre der Geschichte ist sehr dicht und überzeugend. Die Erzählerin Britta Steffenhagen gibt dem Stück mit ihrer spröden und etwas rauen Stimme Persönlichkeit und Überzeugungskraft. Der überraschende Schluss lässt ungeduldig auf die Fortsetzung der Reihe warten. Eine Geschichte, die sich lohnt zu hören. Trotz Seriengefahr für alle Büchereien sehr gut geeignet.
Leoni Heister
rezensiert für den Borromäusverein.
Die rote Königin
Victoria Aveyard. Gelesen von Britta Steffenhagen
Silberfisch (2015)
2 mp3-CD (ca. 900 Min.)
mp3-CD