Johannes Paul II.
Beide Verfasser dieser kleinen, mit Bildern ausgestatteten Biografie, sind - auf je ihre Weise - dem großen Papst besonders nahe gekommen: Mari war dessen Leibfotograf und hat über die Jahre seines langen Pontifikates nicht nur die sprechendsten
Bilder geliefert, sondern ist dem Papst dabei auch persönlich sehr nahe gekommen; Hesemann hat als Vatikanjournalist Johannes Paul II. auf einigen wichtigen Reisen begleitet, sich aber als Historiker auch durch intensive Recherchen und durch sein abgewogenes Urteil ausgewiesen. Obwohl ihr Buch viel Bekanntes in Erinnerung ruft, lässt es dennoch zahlreiche Details in neuem Licht erscheinen: Wir erfahren etwa, wie das Bewusstsein des Papstes sich formte, ein Pilgerpapst werden zu müssen, oder welch unglaublichen Einsatz Papst und Vatikan für die Freiheit Polens und für den Frieden in der Welt - etwa vor Ausbruch des zweiten Irakkrieges - geleistet haben. Vor allem wird die eigenständige Rolle der Kirche zwischen den Ideologien und politischen Systemen deutlich, für die dieser große Papst Raum geschaffen hat - eine Einsicht, die den vielen heute verunsicherten Katholiken helfen kann, wieder zur Kirche zu stehen. Jenseits aller Informationen aber vermittelt diese Biografie auch das Faszinosum eines Menschen, auf den Gott seine Hand gelegt hat und der diesem Ruf konsequent und beharrlich gefolgt ist. So erscheint Johannes Paul II. nicht nur als großer Papst, sondern auch als Zeichen, dass Gott seine Welt nicht alleine lässt.
Richard Niedermeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Johannes Paul II.
Michael Hesemann ; Arturo Mari
Sankt Ulrich-Verl. (2011)
128, [32] S. : Ill. (überw. farb.)
fest geb.