Entsorgt
Die Privatdetektivin V.I. "Vic" Warshawski hat mitten in der Pandemie eigentlich nicht viel zu tun. Alten Freunden zuliebe sorgt sie für die Überwachung einer bescheidenen Synagoge. Als sie am Ufer des Lake Michigan mit ihren Hunden Peppy und Mitch
ein junges Mädchen halb tot auffindet, nimmt die Geschichte deutlich an Fahrt auf. Wer ist das Mädchen, das wegen eines geheimnisvollen Besuchers gleich wieder aus dem Krankenhaus verschwindet? Und warum taucht der Sohn eines alten Bekannten plötzlich in ihrem Büro auf? Warum ist der dubiose Cop Coney so hinter ihr her? Natürlich legt Vic Warshawski auch wieder ein paar actionreife Szenen hin. Und obwohl wir sie schon seit über vierzig Jahren kennen – der erste Krimi mit der Heldin ist schon 1982 erschienen – ist sie nicht wesentlich gealtert, ebenso wenig wie ihr allzeit hilfreicher Nachbar Mr. Contreras. – Sara Paretsky zeichnet ein pessimistisches Bild der amerikanischen Gesellschaft, ächzend unter den Folgen der Pandemie, geprägt von Rücksichtslosigkeit und kalter Profitgier. Unterhaltsame Lektüre mit stellenweise beißendem Sarkasmus von der Altmeisterin des feministischen Krimis. Gerne empfohlen!
Marion Sedelmayer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Entsorgt
Sara Paretsky ; Deutsch von Else Laudan
Argument Verlag (2024)
471 Seiten : Illustrationen (farbig)
fest geb.