Love letters to the dead

Die 16-jährige Laurel soll für den Unterricht einen Brief an eine tote Persönlichkeit schreiben. Daraus werden viele Briefe an Kurt Cobain und andere früh und gewaltsam Verstorbene. Und allen gemeinsam ist eine Verbindung zu Laurels ebenfalls gewaltsam Love letters to the dead gestorbener Schwester May. Immer stärker werden Laurels Schuldgefühle erkennbar, da sie sich verantwortlich für den Tod ihrer Schwester fühlt. Mithilfe der Briefe nähert sie sich der Vergangenheit. Wie in einem Tagebuch erzählt sie auch von der Gegenwart, die von der unbewältigten Vergangenheit überschattet wird. Am tiefsten Punkt der Hoffnungslosigkeit kommt zuerst Bewegung ins Leben ihrer Freundinnen. Alle waren in einer Rolle erstarrt, die nicht ihre eigene war. Und sie wurden dadurch angreifbar und verletzlich. Das Bekenntnis ihrer lesbischen Freundinnen zu ihrer Liebe, das Bekenntnis ihres Freundes zu seiner Vergangenheit und letztlich das Bekenntnis Laurels zu den Ereignissen in der Nacht des Todes ihrer Schwester wirken für alle befreiend. Das ist eine wichtige Botschaft an die Hörer. Auch wenn oft deutlich wird, dass eine erwachsene Autorin durch die junge Protagonistin spricht, die Ermutigung zu einem offenen Umgang kommt an. Allerdings könnte die Reaktion der Umwelt nicht immer ganz so positiv ausfallen wie in der Geschichte dargestellt. Das überschießende Pathos am glücklichen Ende muss auch vertragen werden. Reife und persönliches Urteilsvermögen sollten vorhanden sein, ehe diese CDs empfohlen werden.

Lotte Schüler

Lotte Schüler

rezensiert für den Borromäusverein.

Love letters to the dead

Love letters to the dead

Ava Dellaira. [Sprecher:] Annina Braunmiller
audio media (2015)

5 CD (ca. 371 Min.)
CD

MedienNr.: 580758
ISBN 978-3-86804-403-4
9783868044034
ca. 9,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: J
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