Die Dynastie der Drachen - Der Zorn des Ying Long
Der Comic bewegt sich zwischen chinesischer Mythologie und historischen Fakten. Die Probleme der Song-Dynastie mit kriegerischen Auseinandersetzungen an ihren Grenzen gehören zu den Fakten. Die Ursache dafür gehört ins Reich der Mythen: Kaiser Renzong
hält den Phönix gefangen um dadurch Unsterblichkeit zu erlangen. Damit hat er das Gleichgewicht der Kräfte - den Ausgleich zwischen Ying und Yang - gestört und den Zorn des Drachen Ying Long erweckt. Der lässt sich nur durch das Opfer des kaiserlichen Sohnes befrieden. Doch das Opfer scheitert am Überfall der Expedition durch einen feindlichen Angriff. Und dem Kaiser bleiben weitere Söhne versagt. Am Ende verliert er den Phönix und stirbt ohne männlichen Nachkommen. Nur unzureichend lässt sich der komplexe Ablauf der Geschichte beschreiben. Beim Lesen ist höchste Konzentration nötig, da viele Elemente der chinesischen Kultur für uns gewöhnungsbedürftig sind, dazu gehören v.a. die Namen. Einige erklärende Fußnoten sind vorhanden, aber eigentlich zu wenig und gelegentlich schwer zu entziffern. Die opulenten Zeichnungen sind meisterhaft ausgeführt und atmosphärisch dicht. Da die Autoren seit Jahren in China leben, nimmt man ihnen ab, die chinesische Kultur und Mythologie zu kennen. Der Versuch, diese einem europäischen Publikum näher zu bringen kann nur für sehr aufmerksame Leser glücken, die gewillt sind sich in die interessante, aber auch fremdartige Geschichte einzufühlen.
Lotte Schüler
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Dynastie der Drachen - Der Zorn des Ying Long
Text: Hélène Herbeau. Zeichn.: Civiello
Splitter (2012)
Die Dynastie der Drachen ; 1
62 S. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.