Im Westen nichts Neues
Von der Schulbank direkt in den Krieg, aufgestachelt von fanatischen Patrioten und mit den Idealen im Kopf, das Vaterland zu verteidigen; so wurden im Ersten Weltkrieg junge Männer in den Tod geschickt. Denn was dann folgte, war vor 100 Jahren - und
ist noch heute - eine grausame Tötungsmaschinerie, die alle Beteiligten psychisch und physisch zerstörte. Wo schon die Worte des berühmten Antikriegsromans viele Menschen bewegten, da verstärken die Bilder dieser Graphic Novel den Eindruck erheblich. Die eher leisen Töne, mit denen Remarque Verwundung und Tod beschreibt, werden durch die Zeichnungen zu einer sehr viel lauteren Anklage gegen diejenigen, die diese Schlachten befahlen. Denn auf dem Schlachtfeld bleiben nicht nur die Toten zurück, auch die Überlebenden verlieren ihre Ideale, ihre Menschlichkeit. Das zeigt die Geschichte beim Heimaturlaub, das erleben Millionen Kriegsteilnehmer in der Realität, heute wie damals. Da hat der fast 90 Jahre alte Roman nichts von seiner Aktualität verloren und wird durch das Umsetzen zu einer Graphic Novel in ein moderneres Gewand gehüllt, das ihn auch für die jüngere Generation attraktiv machen kann. Sehr empfehlenswert - auch zusammen mit "Mutter Krieg" (Besprechung in diesem Heft).
Lotte Schüler
rezensiert für den Borromäusverein.
Im Westen nichts Neues
nach dem Roman von Erich Maria Remarque. Ill. und Konzeption: Peter Eickmeyer
Splitter (2014)
[o. P.] : überw. Ill. (überw. farb.)
fest geb.