Zahra's paradise
Die Hundewelpen sind nichts wert, sie sind nur lästig - also werden sie im See versenkt. Mit dieser Metapher zeigen die Autoren, wie die Herrschenden im Iran mit ihrem Volk umgehen. Die eigentliche Geschichte handelt von dem 21-jährigen Mehdi, der
nach einer Demonstration nicht mehr nach Hause kommt. Durch alle Instanzen des diktatorischen Staatsapparates versuchen Mutter und Bruder, seine Spur zu finden. Neben Korruption, Grausamkeit und Selbstherrlichkeit der Diktatoren erfahren beide immer wieder Gesten subversiver Rebellion bei ihren Mitbürgern. Das iranische Volk wird dabei als unterdrückt, aber nicht gebrochen dargestellt. Vor allem die Kraft der Mütter spielt eine große Rolle, wenn sich die Ohnmächtigen den Machthabern entgegenstellen. Die Geschichte beleuchtet in vielen Szenen die Facetten der Unterdrückung - Prügel, Vergewaltigung, Folter und auch mal Bestechungsversuche - gegen unbeugbaren Stolz großer Teile der Bevölkerung. Mehdi findet sein Ende in Zahra's Paradies, dem großen Friedhof bei Teheran. Die Anspielungen auf Geschichte und Religion sind in einem Glossar erklärt. Dieser Comic ist eine besondere Dokumentation der Vorgänge im Iran und daher beachtenswert. Die Bildsprache der Graphic Novel unterstützt durch starke Emotionalität das Anliegen der Autoren, Hintergründe aufzudecken und das iranische Volk zu unterstützen.
Lotte Schüler
rezensiert für den Borromäusverein.
Zahra's paradise
Text von Amir. Zeichn. von Khalil
Knesebeck (2011)
255 S. : überw. Ill.
fest geb.