Henry David Thoreau
Es ist fast 200 Jahre her, dass der Amerikaner Henry Thoreau seinen Beruf als Pädagoge aufgab - er wollte nicht die Prügelstrafe anwenden - und sich in die Wälder zurückzog. Dort fand er zum reinen Leben, das ohne unnötigen Ballast wie materielle
Güter sich dem eigentlichen Sinn des Daseins nähert. Und er war vermutlich der erste, der sich durch zivilen Ungehorsam gegen staatliche Ungerechtigkeit wehrte (er verweigerte Steuern für einen Staat, der die Sklaverei fördert und Krieg führt). Seine Gedanken sollen auch Mahatma Ghandi und Martin Luther King inspiriert haben. Durch diese grafisch gestaltete Biografie mit vielen stimmungsvollen Naturdarstellungen versuchen die Autoren, sich diesem Menschen zu nähern, der bei uns kaum bekannt ist. Sie greifen auch Widersprüchlichkeiten auf, zum Beispiel die Sympathie des Pazifisten Thoreaus für den Abolisten Brown, der Sklavenhalter gnadenlos tötete - im Dienst einer gerechten Sache? Diese Graphic Novel ist eine interessante Grundlage, sich näher mit Thoreau zu beschäftigen; denn noch immer ist das Thema des zivilen Ungehorsams aktuell, Beispiel Occupy-Bewegung. Man kann dem Buch an einigen Stellen übertriebene Naturromantik vorwerfen. Andererseits gibt es auch heute immer wieder reale Geschehen, die den Ideen Thoreaus recht geben - zum Beispiel die zerstörerische Wirkung menschlicher Gier nach Materiellem. Für gut ausgebaute Bestände eine interessante Ergänzung.
Lotte Schüler
rezensiert für den Borromäusverein.
Henry David Thoreau
Szenario...: Maximilien le Roy. Zeichn.: A. Dan
Knesebeck (2012)
81 S. : überw. Ill. (überw. farb.)
fest geb.