Das müde Glück
Herr Gottlieb ist ein missmutiger und missgünstiger Zeitgenosse, der alles Schöne verabscheut, jede Zuneigung von sich weist und anderen selbst das kleinste Glück neidet. Herr Hopp betreibt am Rande der Stadt einen kleinen Zirkus. Er hat in seiner
kleinen Welt das Glück gefunden und teilt es bereitwillig mit allen anderen. Doch Gottlieb lüftet das Geheimnis von Herrn Hopp. Dieser heißt eigentlich Hiob. Und mit der Nennung dieses Namens wird das Glück tatsächlich müde. Unverdrossen beharrt Herr Hopp jedoch auf seinem Glauben an eine gute Zukunft und vielleicht, ja vielleicht ... - Der bekannte Autor und Journalist versucht sich an einem der schwierigsten biblischen Stoffe. Herausgekommen ist eine bis ins Absurde tragisch-komische Erzählung, die das biblische Motiv verfremdet, aus dem Zusammenhang der Gottesfrage löst und den möglichen Umgang mit dem Unglück in den Mittelpunkt stellt. Bei allem Pessimismus scheint doch ein Hoffnungsschimmer auf einen Neuanfang durch. Da sich die Hinweise auf "Hiob" ohne den biblischen Hintergrund nur schwer deuten lassen, regen sie vielleicht zum Lesen des Originals an? Die Illustrationen (die Künstlerin illustriert alle Titel dieser Reihe) stellen das Geschehen skurril, absurd und mit reichlich komischen Elementen dar. - Ab mittleren Beständen für ein interessiertes und kritisches Publikum.
Astrid Frey
rezensiert für den Borromäusverein.
Das müde Glück
Roger Willemsen & Kitty Kahane erzählen eine Geschichte von Hiob
Ed. Chrismon (2012)
38 S. : zahlr. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 9